Mehrsprachige
Kinder mit einer Spezifischen Sprachentwicklungsstörung:
Konsequenzen
für die Diagnostik
Solveig Kroffke
Sonderforschungsbereich
Mehrsprachigkeit (538) Universität Hamburg
Mehrsprachige
Kinder werden immer häufiger in sprachbehindertenpädagischen und logopädischen
Praxen vorgestellt. Es ergibt sich dabei das diagnostische Dilemma, dass unklar
ist, wie eine genuine Sprachentwicklungsstörung von unauffälliger Variation im
kindlichen Zweitspracherwerb des Deutschen unterschieden werden kann. Da eine
Spezifische Sprachentwicklungsstörung als genuine Störung definiert ist, muss
sie sich in beiden Sprachen ausprägen. Bisher gibt es über SSES in Sprachen wie
Türkisch, Russisch, Vietnamesisch usw. sehr wenig Erkenntnisse, so dass für
eine Diagnose nur sehr begrenzt auf die Entwicklung in der Erstsprache
zurückgegriffen werden kann.
In unserem
Vortrag sollen generelle Erkenntnisse aus der aktuellen
Mehrsprachigkeitsforschung und erste Ergebnisse unseres Forschungsprojektes zum
frühen Zweitspracherwerb Deutsch bei sprachunauffälligen und sprachauffälligen
Kindern vorgestellt werden. Ausgehend von der Hypothese, dass die sprachlichen
Auffälligkeiten von Kindern mit einer SSES in besonderem Maße den Bereich der
Grammatik betreffen, soll der Erwerb der deutschen Satzstruktur dargestellt
werden. In einem dritten Teil werden Konsequenzen für die Feststellung des
Sprachstandes mehrsprachiger Kinder für die Praxis aufgezeigt.
Literatur:
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