Logopädische Diagnostik bei mehrsprachigen Kindern --
Überblick über die Einsetzbarkeit der gängigen
Testverfahren
Christine Lachmann
Logopädische
Praxis Lachmann, München
Der Vortrag wird sich mit folgendem Thema befassen:
Kritische Evaluation der in Deutschland gängigen logopädischen
Testverfahren (SETK 3-5, LOGO Ausspracheprüfung, AWST, Kauschke,
BISC, usw.) in Bezug auf mehrsprachige Kinder:
Sind sie generell einsetzbar und wenn ja, welche der Tests?
Wie können sie interpretiert werden unter Rücksichtnahme der mehrsprachigen
Sprachsituation der Kinder?
Können sie benutzt werden, um über die Eltern die andere(n) Sprache(n) zu
testen?
Anhand von Fallbeispielen aus der langjährigen Arbeit mit mehrsprachigen
Familien werden wichtige Faktoren bei der Diagnostik herausgearbeitet.
Wesentliche Ergebnisse:
Standardisierte Testverfahren sind einsetzbar bei mehrsprachigen Kindern,
deren stärkere Sprache (L1) Deutsch ist. Hier liefern sie brauchbare
Ergebnisse.
Bei Kindern mit Deutsch als schwächerer Sprache (L2) sind standardisierte
Tests hingegen nur bedingt einsetzbar und Normwerte mit Vorsicht zu betrachten.
Wortschatz aus Kindergartenbereich ist ausschlaggebend bei Migrantenfamilien.
Es ist nicht sinnvoll, anhand der vorhandenen deutschen Testverfahren die andere(n)
Sprache(n) durch die Eltern zu überprüfen.
Literatur:
Burkhardt-Montanari, E.: Wie Kinder mehrsprachig
aufwachsen. Brandes & Apsel
2003
Junker, D. & Stockman,
Jedik, L.: Sprachstörung oder mangelnde Deutschkenntnisse? Perspektiven
für Diagnostik und Therapie. Kinderärztliche Praxis Nr. 4; 2003
Laing, S. & Kamhi,
A.: Alternative Assessment of Language and Literacy in Culturally and
Linguistically Diverse Populations. Language, Speech and Hearing Services in
Schools Vol. 34 (44-55); Januar 2003
Ünsal, F. & Fox, A.:
Lautspracherwerb bei zweisprachigen Migrantenkindern
(Türkisch-Deutsch). Forum Logopädie Heft 3 (10-15); Mai 2002