Ethische Kompetenz und Akademisierung
Hochschulausbildung von Logopäden und Logopädinnen in
Deutschland
Kathrin Schulz
GRAS – Gruppe Architektur
u. Stadtplanung,
Darmstadt
Die
mit der europäischen Rechtsangleichung forcierte und derzeit mit Nachdruck einsetzende
Akademisierung des Heilberufs der Logopädie stößt auf erstaunlich heftige
Widerstände von AkteurInnen im Bereich des Gesundheitswesens in Deutschland.
Mit dem Verweis auf fehlende ethische Kompetenzen in den (bisher sogenannten)
"Heilhilfsberufen" werden - besonders seitens der ÄrztInnenschaft -
der Logopädie die Fähigkeit und Berechtigung abgesprochen, ihren
therapeutischen Beruf im Status einer (Voll-)Profession auszuüben.
Im
Anschluss an die von Georg Lind angestrengten "Studien zur Lehrbarkeit
ethischer Urteilskraft" versucht der Beitrag nun aufzuzeigen, dass mit der
Akademisierung aber ein wertvolles und geeignetes Instrument verfügbar wird, um
ethische Kompetenz verstärkt herauszubilden. Die zentrale These lautet:
Akademisierung befördert Ethisierung - nicht nur an den Studierenden, sondern
auch an der Profession insgesamt (Entwicklung einer eigenständigen begründeten
Berufsethik). Als Folge der zunehmenden Hochschulsozialisation wird sich bei
den Studierenden neben wissenschaftlicher Kompetenz vor allem auch ethische
Kompetenz entwickeln. Darüberhinaus stehen auch qualitative und quantitative
Therapieerfoge in engstem Zusammenhang mit ethisch kompetenten logopädischen
Handeln.
Literatur:
Lind, G. (2002): Ist Moral lehrbar?
Berlin: logos-Verlag
Mathe, T. (2003): Medizinische Soziologie
und Sozialmedizin. Idstein: Schulz-Kirchner Verlag
Pöltner, G. (2002): Grundkurs
Medizin-Ethik. Wien: Facultas (UTB)
Deutscher
Bundesverband für Logopädie e. V.(dbl) (1999): Logopädie braucht
wissenschaftliche Kompetenz. Idstein: Schulz-Kirchner Verlag.