Anwendbarkeit der ICF im (Akut)-Krankenhaus und in der Ambulanz
Dr. Rudolf Sieger
Institut für Physikalische und Rehabilitative Medizin
Klinikum Bremen-Ost gGmbH, Bremen
Der Vortrag
betrachtet die Anwendbarkeit der Internationalen Klassifikation der Funktionsfähigkeit,
Behinderung und Gesundheit (ICF) aus dem Blickwinkel einer ärztlich geleiteten
Abteilung für Physikalische und Rehabilitative Medizin an einem Bremer
Krankenhaus.
Die ICF zählt
zu den durch die WHO geschaffenen Klassifikations-systemen. Sie soll u.a. die
Kommunikation und Mittelvergabe im Gesundheitssystem differenzierter
ermöglichen. Anders als die International Classifikation of Diseases (ICD) ist
sie keine reine Beschreibung von Diagnosen und deren Folgesymptomen. Sie
basiert vielmehr auf dem bio-psycho-sozialen Modell und ermöglicht so eine
systematische Beschreibung der gesundheitsbedingten Aus- und Wechselwirkungen
auf die Funktionen, Aktivitäten und die Teilhabe an Lebensbereichen vor dem
Hintergrund der persönlichen Lebenswelt des Individuums.
Diese
Systematik hat inzwischen Eingang in verschiedene Rechtsgrundlagen und
Handlungsweisen des Gesundheitssystems gefunden. So setzt z.B. die Verordnung
von Maßnahmen der medizinischen Rehabilitation zu Lasten der gesetzlichen
Krankenversicherung inzwischen die drohende oder manifeste Beeinträchtigung der
Aktivitäten bzw. Teilhabe voraus.
Weitere
Anwendungsbeispiele der ICF-Terminologie zeigen auf, dass die ICF-Systematik
Grundlage von Entscheidungsprozessen derzeit ist und zunehmend wird.
Dabei ist sie
mit insgesamt über 1.400
qualifizierenden und quantifizierenden Items auf absehbare Zeit für den
praktischen Alltag schwer umsetzbar. Der Vortrag erläutert die verschiedenen
Unternehmungen zur Verbesserung der Praktikabilität (z.B. ICF-Core-Sets) und
schildert die Möglichkeiten der Umsetzung in den unterschiedlichen
Versorgungsstufen des Klinikums Bremen-Ost.