Haben „clang“ und „bank“ für
Engländer mit Sprechapraxie den gleichen Schwierigkeitsgrad wie „Klang“ und
„Bank“ für Deutsche?
Wenn
die Störung bei einer Sprechapraxie vollständig auf die Motorik zurückzuführen
ist, dann müsste es bei Wörtern, die im Englischen und Deutschen identisch oder
beinahe identisch sind, (z.B.: Bank-bank, Klang-clang, weiß-vice) bei beiden
Sprachen ähnliche Fehlermuster geben.
Diese
Hypothese haben wir in einer Pilotstudie überprüft, in deren Rahmen
sprachübergreifende Aspekte bei der Diagnose von Sprechapraxie betrachtet
wurden, indem Fehlermuster bei vier deutschen und vier passenden englischen
Muttersprachlern (ausgewählt anhand der englischen und deutschen Versionen des
Aachen Aphasia Tests) verglichen wurden, die 500 solcher Wortpaare vorlesen
mussten.
Bei
den Fehlerprofilen in beiden Sprachen konnte bei einem bloßen Blick auf die
Gesamtzahl und die Arten der Fehler (z.B.: Ersetzungen, Weglassungen) keine
Korrelation festgestellt werden. Bei einer Anpassung der Fehlerprofile zur
Berücksichtigung anderer Wortvariablen wie beispielsweise Häufigkeit, Dichte
der phonologischen Ähnlichkeit und phonotaktische Vorhersagbarkeit, wurden die
Profile jedoch in sehr viel höherem Maße vergleichbar.
Wir
diskutieren diese Ergebnisse vor dem Hintergrund der Definition von
Sprechapraxie und anhand von Vergleichen zwischen Sprechern verschiedener
Sprachen.
Schlüsselwörter:
Sprechapraxie, sprachübergreifend, Differenzialdiagnose, Sprachproduktion