Haben „clang“ und „bank“ für Engländer mit Sprechapraxie den gleichen Schwierigkeitsgrad wie „Klang“ und „Bank“ für Deutsche?

 

Nicole Lallini (nicole.theiner@ncl.ac.uk)
Nicolas Miller (nicolas.miller@ncl.ac.uk)
David Howard (david.howard@ncl.ac.uk)
Speech section, School of Education, Communication & Language Sciences
University of Newcastle upon Tyne
Newcastle upon Tyne, United Kingdom

 

Wenn die Störung bei einer Sprechapraxie vollständig auf die Motorik zurückzuführen ist, dann müsste es bei Wörtern, die im Englischen und Deutschen identisch oder beinahe identisch sind, (z.B.: Bank-bank, Klang-clang, weiß-vice) bei beiden Sprachen ähnliche Fehlermuster geben.

Diese Hypothese haben wir in einer Pilotstudie überprüft, in deren Rahmen sprachübergreifende Aspekte bei der Diagnose von Sprechapraxie betrachtet wurden, indem Fehlermuster bei vier deutschen und vier passenden englischen Muttersprachlern (ausgewählt anhand der englischen und deutschen Versionen des Aachen Aphasia Tests) verglichen wurden, die 500 solcher Wortpaare vorlesen mussten.

Bei den Fehlerprofilen in beiden Sprachen konnte bei einem bloßen Blick auf die Gesamtzahl und die Arten der Fehler (z.B.: Ersetzungen, Weglassungen) keine Korrelation festgestellt werden. Bei einer Anpassung der Fehlerprofile zur Berücksichtigung anderer Wortvariablen wie beispielsweise Häufigkeit, Dichte der phonologischen Ähnlichkeit und phonotaktische Vorhersagbarkeit, wurden die Profile jedoch in sehr viel höherem Maße vergleichbar.

Wir diskutieren diese Ergebnisse vor dem Hintergrund der Definition von Sprechapraxie und anhand von Vergleichen zwischen Sprechern verschiedener Sprachen.

 

Schlüsselwörter: Sprechapraxie, sprachübergreifend, Differenzialdiagnose, Sprachproduktion