Portugiesisch-deutsche
Interferenzen beim Erwerb des Schreibens im Rahmen von Zweisprachigkeit
Edith Menke
Clara Loureiro
Beatriz Dias
Martin Lauterbach (mlauterbach@fm.ul.pt)
Language
Research Laboratory
Neurological
Clinical Investigation Unit
Faculty
of Medicine of
Lisbon,
Portugal
Kinder,
die eine zweisprachige Schule besuchen, lernen gleichzeitig zwei verschiedene
Phonem-Graphem-Korrespondenzsysteme (PGK-S). Das PGK-S der jeweiligen Sprache
gibt nicht für alle Wörter dieser Sprache eindeutige Regeln für deren
Schreibweise vor. Um mit diesen Zweideutigkeiten umgehen zu können, müssen
Kinder Kontextregeln und Wortformen lernen. Abgesehen von diesen
innersprachlichen Uneindeutigkeiten werden bestimmte Phoneme in der jeweils
anderen Sprache anders gebildet, was zu Uneindeutigkeiten zwischen den Sprachen
führt. Diese zusätzliche Anforderung kann zu spezifischen Interferenzfehlern
führen.
In
einer deutschen Schule in Lissabon haben wir eine Langzeitstudie begonnen, bei
der wir den Kindern deutsche und portugiesische Wörter und Neologismen
diktieren. Die Stimuli werden mit Blick auf die Uneindeutigkeiten zwischen den
Sprachen und die Phoneme, die es nur in einer der beiden Sprachen gibt,
festgelegt. Die Reihenfolge der Wörter und Neologismen wird ebenso festgelegt
wie die Sprache, in der die Anweisungen gegeben werden. Die Anzahl und die Art
der Fehler sind die unabhängigen Variablen. Die Einteilung der Kinder in
Gruppen richtet sich danach, ob sie wirklich zweisprachig sind bzw. ob Deutsch
oder Portugiesisch die Erstsprache ist. Verglichen wird zwischen der zweiten,
dritten und vierten Klasse sowie zwischen Kindern, die entweder deutsche oder
portugiesische Muttersprachler sind, und zweisprachigen Kindern. Wir erwarten
Sprachinterferenzen bei den Kindern mit einer eindeutig dominanten
Muttersprache, und zwar insbesondere bei Phonemen, die es in beiden Sprachen
gibt und die unterschiedlich geschrieben werden.
Schlüsselwörter:
Zweisprachigkeit, Phonem-Graphem-Korrespondenz, Erwerb des Schreibens