Sprachkompetenzen
sukzessiv bilingualer Kinder in Deutschland
Annette Fox (fox@fh-fresensius.de)
University of Applied
Sciences / Europa Fachhochschule
Fresenius
Speech Therapy
Idstein, Germany
Die meisten Kinder, die in
Deutschland mit zwei Muttersprachen aufwachsen, wachsen sukzessive bilingual
auf. In der Regel kommen diese Kinder aus Migrantenfamilien,
wobei beide Elternteile keine Muttersprachler im Deutschen sind. Häufig
beginnen sie ihren Deutscherwerb erst mit dem Kindergarteneintritt im Alter von
drei bis vier Jahren. Dort verbringen sie bis zum Schulbeginn etwa zwei bis
drei Jahre. Nicht alle Kindergärten bieten ihren bilingualen Kindern
Sprachförderprogramme an. Auf diese Weise spiegeln die Sprachkompetenzen
bilingualer Kinder oft das wieder, was sie im Kindergarten aufschnappen. Dies
führt nicht notwendiger Weise dazu, dass ihre sprachlichen Fähigkeiten altersentsprechend sind. Das Sprachniveau ist im Vergleich
zu ihren gleichaltrigen monolingualen Mitschülern häufig eingeschränkt.
Seit vier Jahren findet in
den Kindergärten der Stadt und Region Idstein in Deutschland ein Sprachscreening statt. Dabei werden auch Unterschiede und
Ähnlichkeiten in den Sprachkompetenzen mono- und bilingualer Kinder untersucht.
Im Rahmen dieses Vortrags werden die Screeningergebnisse
2004 und 2005 vorgestellt und der mögliche Einfluss von Sprachförderprogrammen
auf Sprachkompetenzen betrachtet. Des weiteren werden
mögliche Indikatoren zur Unterscheidung von Kindern mit SES und mangelnden
Deutschkenntnissen diskutiert.
Schlüsselwörter: Bilingualismus, Kinder, Sprachkompetenzen, Deutsch,
Sprachförderung