Was bedeutet
„therapieren“? Annäherung an das Berufsbild und die berufliche Praxis in der
Logopädie
Université de Nancy
Université de Mont Saint-Aigan
Nancy, France
Der
Inhalt dieses einführenden Essays basiert auf den Fragestellungen, die sich aus
dem für diesen Kongress gewählten Titel ergaben: „Die kulturelle Vielfalt in
einem mehrsprachigen Europa: Eine Herausforderung für Logopäden/innen“. Mir
schien es erforderlich, einige Begriffe zu klären und ihre kontextuelle
Bedeutung herauszuarbeiten.
Aus
soziolinguistischer Perspektive muss im Rahmen einer Untersuchung der mit
diesen Begriffen verbundenen Konzepten herausgefunden werden, welche Entwürfe
unterschiedliche Mitglieder einer Sprachgemeinschaft entwickelt haben und
welche dieser Entwürfe innerhalb der Sprachgemeinschaft von den Berufstätigen
und Fachleuten im Bereich der Logopädie stammen.
Die
unterschiedliche Art und Weise, wie dieser Beruf in den einzelnen Ländern
wahrgenommen und ausgeübt wird, war und ist Gegenstand zahlreicher Beratungen
innerhalb der Ausschüsse der CPLOL.
Angesichts
des Umfangs der Aufgabe besteht unser Ziel nicht darin, die unserem Beruf zugrundeliegenden Konzepte in jedem europäischen Land zu
untersuchen, sondern Überlegungen anzustellen und anzuregen, die sich aus dem
Datenmaterial zu diesem Berufsfeld ergeben, das im Rahmen einer
sprachwissenschaftlichen Doktorarbeit in Frankreich vorgelegt wurde. Dieser
Vortrag beleuchtet das Thema aus einer interaktionalen
Perspektive und wird Begriffe wie „Therapie“, „Ko-Konstruktion“,
„Wissen“ und „savoir-faire“ untersuchen. Das
Berufsfeld wird unter mehreren Gesichtpunkten betrachtet.
Schlüsselwörter: Therapie, Interaktion,
gemeinsamer Aufbau, Berufspraktiken, Vertretungen