EVAS - Evaluation von Sprachförderprogrammen bei Vorschulkindern
mit Migrationshintergrund: Design, Methoden und erste
Ergebnisse
Karin Schakib-Ekbatan
(schakib@ph-heidelberg.de)
Jeanette Roos
Hermann Schöler
Department
for Education
Heidelberg,
Germany
Sprachliche Kompetenzen stellen eine wesentliche
Grundlage für die Teilhabe am schulischen Bildungsprozess und damit langfristig
auch für die gesellschaftliche Partizipation dar. Viele Vorschul- und
Schulkinder mit Migrationshintergrund verfügen jedoch
nicht über ausreichende Deutschkenntnisse, was insbesondere den wichtigen
Schriftspracherwerbsprozess gefährdet. Erfahrungen der letzten Jahrzehnte haben
gezeigt, dass entsprechende Förderung bereits vor Schulbeginn ansetzen muss.
Die bislang wenigen existierenden Sprachförderprogramme sind hinsichtlich ihrer
Wirksamkeit nicht evaluiert.
Im Auftrag der Landesstiftung Baden-Württemberg werden in
dem von 2005 bis 2008 laufenden längsschnittlich
angelegten Forschungsprojekt EVAS der Pädagogischen Hochschule Heidelberg
(Leitung Prof. Dr. J. Roos, Prof. Dr. H. Schöler) in
den Städten Heidelberg und Mannheim spezifische und unspezifische
Förderprogramme bei 640 ausländischen und deutschen Kindern im letzten
Kindergartenjahr eingesetzt bzw. erfasst und auf ihre Effekte für die
schulische Entwicklung bis zum Ende der 2. Klasse evaluiert. Im Focus steht
dabei die Überprüfung, ob sich zum einen unmittelbare und differenzielle
Effekte der verschiedenen Förderprogramme zeigen und zum anderen, ob sie langfristig
dazu beitragen können, die Chancen zur Teilhabe am schulischen Bildungsprozess
bei den Migranten-Kindern zu erhöhen. Anhand von Prä-
und Posttests werden sprachliche und nicht-sprachliche
Indikatoren erhoben, die sich als relevant erwiesen haben. Eltern- und
Erzieherfragebogen komplettieren die Datenerhebung.
Das Untersuchungsdesign sowie erste aktuelle Ergebnisse
der Prä- und (soweit vorliegend) Posttestungen vor der Einschulung werden
vorgestellt und diskutiert.
Schlüsselwörter: Migration,
Vorschulkinder, Bildungsprozess, Sprachförderprogramme, Längsschnittstudie