Verbesserung der Lernfähigkeit durch interdisziplinäre Zusammenarbeit
Lynette
Goldberg (lyngoldberg@missouristate.edu)
Communication Sciences and Disorders
Sheila
Gordon
Theatre and Dance
Nancy
M. Dion
Physician Assistant Studies
Cheryl
A. Hellmann
Media, Journalism, and Film
Springfield, Missouri, USA
In
diesem Vortrag wird eine innovative und interdisziplinäre Methode für die
Untersuchung des Verhältnisses zwischen der Physiologie der Stimmlippen und dem
tatsächlichen Stimmausdruck vorgestellt. Studierende aus den Bereichen
Kommunikationswissenschaft/Kommunikationsstörungen sowie Theater/Tanz haben
Monologe von Shakespeare vorgetragen und sieben Parameter der Stimmproduktion
bei diesen Aufführungen anhand einer Wahrnehmungsanalyse ausgewertet. Diese
Wahrnehmungsanalyse erfolgte im Anschluss an die Teilnahme der Studierenden an
einer Reihe gemeinsamer Laborsitzungen, bei denen der Schwerpunkt auf der
Verwendung flexibler Endoskopie lag und bei denen die Teilnehmer etwas über die
Physiologie des Kehlkopfes und der Stimmlippen erfahren konnten. Zu den
zusätzlichen visuellen Hilfsmitteln zählten Videobänder, medizinische Bilder,
Artikel und ein Modell des Stimmapparats. Ein Vergleich des Wissensstands vor
und nach dem Test ergab in beiden Gruppen eine signifikante Wissenserweiterung
und ein besseres Verständnis der Physiologie der Stimmlippen sowie der
optimalen Stimmverwendung. Insgesamt reagierten beide Gruppen ähnlich auf die
Wahrnehmungsanalyse der Stimmparameter bei zehn zufällig ausgewählten
Monologen. Der einzige Parameter, bei dem signifikante Unterschiede zwischen
den Gruppen festgestellt wurden, war der Tonfall. Die Theaterstudenten waren
bei der Wahrnehmungsauswertung dieses Parameters kritischer. Die Ergebnisse und
die Analyse der Beiträge der Studierenden für Fachzeitschriften sprechen für
diese interdisziplinäre Zusammenarbeit, die es den Studierenden erleichtert,
die Struktur und die Funktion des Stimmmechanismus und die optimale
Stimmverwendung zu verstehen.