Sprach- und kulturübergreifende Erfahrungen
französischer Logopäden in Afrika
Saxi-Bourbon, France
Syliva Topouzkhanian (sylvia.topouzkhanian@wanadoo.fr)
Villeurbanne, France
In diesem Vortrag sollen die bei humanitären Einsätzen
(insbesondere in Afrika) erworbenen sprach- und kulturübergreifenden
Erfahrungen analysiert werden, um Aufschlüsse für die logopädische Praxis in
einem Land zu bekommen, das in der Regel für monolingual und monokulturell
gehalten wird – nämlich Frankreich. Nach dem Kulturschock bei den ersten
Einsätzen beginnt man eine Reihe von Aspekten der kulturellen Wirklichkeit zu
hinterfragen, wie beispielsweise den Umgang mit Behinderungen und den Status
behinderter Menschen sowie die soziale Funktion des gesprochenen und
geschriebenen Wortes und der Bilder. Anschließend stellt sich dann die Frage,
inwieweit die Eltern von Kindern, die wir in unserer klinischen Arbeit in
Frankreich therapieren, diese Vorstellungen teilen. Das Erkennen des sprachlichen
und kulturellen Mosaiks in den sogenannten
„frankophonen“ Ländern führt zu Überlegungen über die französische Sprache und
wie diese von den betreffenden Familien unabhängig von ihren sprachlichen und
kulturellen Wurzeln verstanden, verwendet und gelebt wird. Am Ende des Vortrags
werden vor dem Hintergrund der geschilderten Erfahrungen Überlegungen darüber
angestellt, wie in Frankreich oder andernorts die Arbeit mit Kindern und
Familien, die eine andere Sprache sprechen und/oder aus einem anderen Kulturkreis
stammen, verbessert werden könnte.
Schlüsselwörter: Frankophonie,
Vielsprachigkeit, Transkulturalität, Vertretungen