Sprach- und kulturübergreifende Erfahrungen französischer Logopäden in Afrika

 

Elisabeth Manteau (elisabeth.manteau@wanadoo.fr)

Saxi-Bourbon, France

Syliva Topouzkhanian (sylvia.topouzkhanian@wanadoo.fr)

Villeurbanne, France

 

In diesem Vortrag sollen die bei humanitären Einsätzen (insbesondere in Afrika) erworbenen sprach- und kulturübergreifenden Erfahrungen analysiert werden, um Aufschlüsse für die logopädische Praxis in einem Land zu bekommen, das in der Regel für monolingual und monokulturell gehalten wird – nämlich Frankreich. Nach dem Kulturschock bei den ersten Einsätzen beginnt man eine Reihe von Aspekten der kulturellen Wirklichkeit zu hinterfragen, wie beispielsweise den Umgang mit Behinderungen und den Status behinderter Menschen sowie die soziale Funktion des gesprochenen und geschriebenen Wortes und der Bilder. Anschließend stellt sich dann die Frage, inwieweit die Eltern von Kindern, die wir in unserer klinischen Arbeit in Frankreich therapieren, diese Vorstellungen teilen. Das Erkennen des sprachlichen und kulturellen Mosaiks in den sogenannten „frankophonen“ Ländern führt zu Überlegungen über die französische Sprache und wie diese von den betreffenden Familien unabhängig von ihren sprachlichen und kulturellen Wurzeln verstanden, verwendet und gelebt wird. Am Ende des Vortrags werden vor dem Hintergrund der geschilderten Erfahrungen Überlegungen darüber angestellt, wie in Frankreich oder andernorts die Arbeit mit Kindern und Familien, die eine andere Sprache sprechen und/oder aus einem anderen Kulturkreis stammen, verbessert werden könnte.

 

Schlüsselwörter: Frankophonie, Vielsprachigkeit, Transkulturalität, Vertretungen