Messen Lesegeschwindigkeitstests tatsächlich Lesen?
Carola Schnitzler (chofmann@rz.uni-potsdam.de
)
Gerheid Scheerer-Neumann (scheerer@rz.uni-potsdam.de )
Department
of Primary Education
Potsdam,
Germany
Bei Lesegeschwindigkeitstests für Gruppen müssen immer
auch andere kognitive Aufgaben integriert werden, die über das Lesen
hinausgehen (z.B. Wortkategorisierung). Weitgehend unberücksichtigt bleibt
hierbei die Frage, wie stark die Ergebnisse solcher Tests durch die Zeit
verfälscht werden, die benötigt wird, um diese anderen Aufgaben zu lösen. Drei
Geschwindigkeitstests wurden mit deutschen Grundschulkindern der
Schuljahresstufen eins bis fünf (N=459) durchgeführt: Erste Ergebnisse schienen
darauf hinzuweisen, dass Lesegeschwindigkeitstests eine Art allgemeiner basaler kognitiver Verarbeitungsgeschwindigkeit messen.
Ausgewählte Korrelationen zwischen den einzelnen Tests sowie die Daten
schwacher Leser ließen jedoch die
Interpretation zu, dass die eingesetzten Lesegeschwindigkeitstests zumindest
Komponenten messen, die speziell für den Leseprozess von Bedeutung sind.
Schlüsselwörter:
Lesegeschwindigkeitstests, Dekodieren, Objekterkennung