Einfluss von Fachleuten
und Eltern in der Sprach- und Sprechtherapie
Juliet Goldbart
Research
Institute of Health and Social Change
Faculty
of Health and Social Care
Einige
Autoren (z.B. Pillay, 2003) haben vorgeschlagen, dass
unsere Definition des Kulturbegriffs über die traditionellen Definitionen
hinaus erweitert werden sollte. Letztere stützen sich zumeist ausschließlich
auf die Kriterien der ethnischen Zugehörigkeit, der Sprache und Religion. Es
wird dahingehend argumentiert, dass der Kulturbegriff unter anderem auch das
Alter, das Geschlecht, die sexuelle Orientierung, die sozioökonomische
Situation, den Bildungshintergrund, Begabungen, Behinderungen und den
Gesundheitszustand umfassen sollte. Bei dieser breiter gefassten Definition
könnten auch die Familiensituation und das Kriterium der Berufstätigkeit
berücksichtig werden.
Die
Auswirkungen der Zugehörigkeit zu zwei subkulturellen Gruppen (z.B. Eltern
eines Kindes mit Kommunikationsproblemen und der Beruf des/der Logopäden/in)
auf die Sprech- und Sprachtherapie werden anhand der Diskussion zweier kürzlich
im Vereinigten Königreich durchgeführten wissenschaftlichen Untersuchungen erörtert.
Es geht dabei um:
Erklärungsmodelle von Eltern und Logopäden/innen für die
Sprachentwicklung und für Sprachentwicklungsverzögerungen sowie um
die Sichtweise und Erfahrungen von Eltern, deren Kinder eine ergänzende
und alternative Kommunikation benötigen.
Vorgestellt
werden ausgewählte Daten dieser beiden Projekte. Die anschließende Diskussion
wird weitere Forschungen aus diesem Bereich einbeziehen. Es wird erörtert,
welchen Einfluss die Sichtweisen von Eltern und Fachleuten auf eine angemessene
Versorgung der Menschen in einem Europa der kulturellen Vielfalt haben.
Schlüsselwörter:
kulturübergreifende Kompetenz, Sprachentwicklung, Berufskultur, Eltern