Logopädische Versorgung für multikulturelle Patienten – Sprachnorm und Standards des „best practice“ im Widerspruch

 

Aoifa Hayden (aoifehayden@iolfree.ie)

The Health Service Executive

Dublin, Ireland

 

Im Mittelpunkt dieses Referats steht die logopädische Versorgung zweisprachiger und nicht Englisch sprechender Patienten in einer Region Irlands, für die die vormals unter dem Namen Eastern Regional Health Authority (ERHA) bekannte Gesundheitsbehörde zuständig ist. Vorgestellt werden Untersuchungen, die unter Logopäden/innen in dieser Region unter Verwendung quantitativer (Umfragen) und qualitativer (Interviews) Methoden durchgeführt wurden. Die Daten wurden auf der Grundlage eines Systems zur Festlegung und Einführung von Amtssprachen analysiert und mit Untersuchungen verglichen, um den „best practice“ für zweisprachige Patienten zu finden, die sich einer Sprech- und Sprachtherapie unterziehen.

Die Untersuchungsergebnisse zeigen, dass die meisten Logopäden/innen in dieser Region zumindest sporadisch mit zweisprachigen oder nicht Englisch sprechenden Patienten arbeiten. Trotz dieser Tatsache werden diese Patienten als Ausnahmefälle gesehen und regelmäßig assimilierende Ansätze zur Förderung des Englischen gewählt. Viele Logopäden/innen sind sich dessen bewusst und weisen auf die Mängel bei der Versorgung hin. Ein Vergleich mit früheren Untersuchungsergebnissen zeigt, dass die aktuelle Versorgung in der Regel nicht dem Standard des „best practice“ entspricht. Ein Mangel an Schulungen und Informationen in dieser Region führt dazu, dass die gesellschaftliche Festlegung und Einführung von Amtssprachen sowie die Verdrängung „anderer Stimmen“ häufig die zur Verfügung stehende Versorgung beeinflussen.

 

Schlüsselwörter: Mehrsprachigkeit, Amtssprachen, Versorgung, best practice