Empfehlungen zur Arbeit mit bilingual aufwachsenden Kindern

 

Marion Fredman (marion@netvision.net.il)

IALP Multilingual Affairs Committee

Zichron Yaacov, Israel

José G. Centeno (centenoj@stjohns.edu)

IALP Multilingual Affairs Committee

Speech-Language Pathology & Audiology Program

Department of Speech, Communication Sciences, & Theatre

St. John's University

Jamaica, NY, United States of America

 

Der Ausschuss für multilinguale Angelegenheiten der International Association of Logopedics and Phoniatrics (IALP) hat in mehreren Ländern eine Untersuchung durchgeführt, um herauszufinden, welche Sprachen bei der klinischen Versorgung bilingualer Kinder verwendet werden. Auf der Grundlage dieser Untersuchung wurde festgestellt, dass es Richtlinien für Logopäden/innen geben müsste, die mit Kindern arbeiten, die in kulturell und sprachlich vielfältigen Gemeinschaften leben. Bei diesen Kindern kann es sich um bilinguale, multilinguale oder monolinguale Sprecher einer Minderheitensprache handeln.

Der Ausschuss für multilinguale Angelegenheiten (ein internationales Forum praktizierender Logopäden/innen) hat solche Richtlinien mit Hilfe verschiedener Informationsquellen ausgearbeitet: Hierzu zählten Richtlinien und Positionspapiere der South African Speech Language and Hearing Association, der American Speech-Language-Hearing Association und des Royal College of Speech and Language Therapists sowie die klinische Erfahrung der Mitglieder des Ausschusses für multilinguale Angelegenheiten.

Das Referat gibt einen Überblick über diese Richtlinien, die für die Arbeit mit bilingualen Kindern in den Bereichen Sprachstörungen, Phonologie sowie Lese- und Schreibfertigkeit entwickelt wurden. Besonderes Augenmerk wird auf die individuellen Unterschiede bei der Sprachentwicklung und auf die Tatsache gelegt, dass es besonders wichtig ist, die Eltern in die Entscheidung über die Sprachwahl mit einzubeziehen. Mit diesen Empfehlungen sollen Therapeuten ermutigt werden, Richtlinien zu entwickeln, die auf die spezifischen Anforderungen ihrer eigenen sprachlich und kulturell vielfältigen Gemeinschaften abgestimmt sind.

 

Schlüsselwörter: Diagnose, Therapie, Sprachstörungen, Phonologie, Lese- und Schreibfertigkeit