Lebensqualität
bei CI-Kindern
Julia Friedrich (j.friedrichson@gmx.de)
SPZ der Heinrich-Heine-Universitätsklinik Düsseldorf
Düsseldorf, Germany
Hintergrund: Die Gruppe der CI-implantierten
Kinder nimmt weltweit zu. Mittlerweile werden 2/3 der Implantationen an Kindern
vorgenommen. Die Evaluation der Implantation von Kindern erfolgt überwiegend
über die Messung des Hörerfolgs, der Sprach- und Sprechentwicklung und der Wahl
der pädagogischen Einrichtung. Erst seit wenigen Jahren werden auch subjektive
Aspekte wie Lebensqualität berücksichtigt. Die Einschätzung erfolgt meist über
Eltern und Therapeuten. Ein CI-spezifischer Lebensqualitätfragebogen für
deutschsprachige Kinder ist bisher nicht verfügbar.
Methode: Es wurde ein ci-spezifischer
Fragebogen für deutschsprachige Schulkinder entwickelt. Mit diesem Bogen wurde
eine konsekutive Befragung von 11 Probanden, ihren Eltern und 3 Therapeuten
durchgeführt.
Als möglicher Einflussfaktor wurde die CI-Tragedauer
relativ zum Lebensalter berücksichtigt. Anhand dieses Kriteriums wurden die
Kinder in 2 Gruppen eingeteilt (Gruppe 1: kurze CI-Tragedauer; Gruppe 2: lange
CI-Tragedauer).
Ergebnisse: Die Übereinstimmung bezüglich der
Lebensqualitätseinschätzung zwischen den Eltern-Kindpaaren schien geringer zu
sein als zwischen Therapeuten und Kindern. Bei 3 von 11 Eltern-Kindpaaren
wichen die Einschätzungen deutlich voneinander ab. 2 Eltern-Kindpaare zeigten
signifikante Unterschiede.
Es zeigten sich keine Unterschiede in der
Selbsteinschätzung von Gruppe 1 und Gruppe 2. Es gab keine Anhaltspunkte dafür,
dass die CI-Tragedauer einen Einfluss auf die kindliche Lebensqualität hat.
Schlussfolgerungen: Weitere Auswertungen der Daten sind
vorgesehen, um detailliertere Rückschlüsse ziehen zu
können. Eine weitere Validierung des Fragebogens ist
vorgesehen.
Schlüsselwörter: CI-Kinder, Lebensqualität, Fragebogen