Evidenzbasierte
Diagnostik und Therapie von Sprach- und Sprechstörungen bei Bilingualismus
und Multilingualismus
Hanneke Kalf (h.kalf@pmd.umcn.nl)
Department of
Allied Health
Speech and
language therapy
Nijmegen, The Netherlands
Zurzeit ist die „evidenzbasierte Praxis“ ein anerkannter
Bestandteil der Gesundheitsversorgung und Gesundheitswissenschaften. Dieses
Konzept besagt, dass immer dann, wenn eine wissenschaftliche Evidenz für den
klinischen Nutzen einer Diagnose oder Behandlung vorliegt, letztere im Sinne
richtiger Entscheidungen bei einer Therapie auch angewendet werden sollten.
Bezüglich des innerhalb der Logopädie verhältnismäßig neuen Bereichs des Multilingualismus stellt sich die Frage: Was ist in diesem
Fall die Evidenzbasis und wie findet und verwendet man sie? In diesem Vortrag
werden mehrere Suchbegriffe anhand verschiedener Datenbanken verglichen. PubMed ist zwar über das Internet frei zugänglich, es
stellt sich jedoch die Frage, ob hier im Vergleich zu PsycInfo
oder anderen Datenbanken genügend Zeitschriften für Studien über Multilingualismus und Logopädie aufgeführt werden. Ferner
werden einige Beispiele dafür gegeben, wie die gegenwärtig zur Verfügung
stehenden Forschungsergebnisse zu interpretieren sind. Es gibt eine nicht
unerhebliche Zahl von Forschungsergebnissen zu den Auswirkungen des Bilingualismus und Multilingualismus
auf die Kommunikation. Kontrollierte Studien, in denen Therapien evaluiert
werden, sind jedoch eher selten. Anschließend werden die zentralen Fragen
bezüglich der Methodik erörtert: welche forschungsrelevanten Fragen gibt es,
und welcher wissenschaftliche Rahmen sollte genutzt werden? Schließlich kann
auch der Austausch wissenschaftlicher und klinischer Erfahrungen selbst ein
multilinguales Problem darstellen.
Schlüsselwörter:
Evidenzbasierte Praxis, Methodik, Datenbanken, Multilingualismus,
CPLOL